Schaukeln, wiegen, schunkeln:

Warum diese Art der Bewegung so wichtig für die motorische und kognitive Entwicklung eines Kindes ist.

Baby in der Memola Babywiege schlafend

Als frischgebackene Mamis und Papis stellen wir sehr schnell fest, dass unser kleines Baby es liebt, geschaukelt zu werden – so manch eines dieser kleinen Würmchen am liebsten den ganzen Tag und die ganze Nacht … Puh, das kann ganz schön anstrengend sein – vor allem, wenn keine Babywiege zur Verfügung steht, die diesen Job manchmal nur für ein paar Minuten übernimmt.

Aber abgesehen davon, dass dem ein oder anderen Elternteil beim Wiegen des kleinen Sprösslings vielleicht schon der ein oder andere Arm abgefallen ist, wird neben der Befriedigung nach Sicherheit – das Baby kennt diese Bewegung schon aus dem Mutterleib – noch vieles mehr durch SCHAUKELN und WIEGEN erreicht. Wir wollen wissen:

  • Warum ENTSPANNT und BERUHIGT wiegen mein Kind?
  • Welchen Einfluss hat das Schaukeln auf die KINDLICHE ENTWICKLUNG?
  • Inwiefern STIMULIERT schaukeln unser VESTIBULARSYSTEM und was ist das überhaupt?
  • Wie wirkt sich die Schaukelbewegung auf den GLEICHGEWICHTSSINN aus?


Im Folgenden werden wir versuchen, diese Fragen zum Thema SCHAUKELN UND WIEGEN in Bezug auf Babys Entwicklung zu klären.

Wie im Mutterleib ... oder warum Schaukeln von Geburt an so wichtig ist

Neun Monate lang wird das Baby im Mutterleib geschaukelt. Jedes Zappeln von Ärmchen und Beinchen, ja sogar sein Atmen bringen das Fruchtwasser in Bewegung und wiegen das Baby in ENTSPANNTER GLÜCKSELIGKEIT.

Das ist einer der Gründe, warum die Schaukelbewegung für ein Kind so natürlich und wichtig ist. Auch für uns ist diese sanfte Schwingung beruhigend. Jeder liebt das angenehme Hin und Her in einem Schaukelstuhl oder einer Hängematte.

Und mal ehrlich, egal wie alt man ist, an der ein oder anderen Schaukel auf dem Kinderspielplatz bist vielleicht auch Du nicht einfach vorbeigegangen, ohne dich darauf zu setzen, nur mal eben … ganz kurz … Das zeigt nur, wie tief diese Bewegung in uns verwurzelt ist und wie entspannend sie auf uns wirkt.

Unbewusst gibt sie uns auch das Gefühl von Geborgenheit. Für Säuglinge gilt das natürlich umso mehr, weil sie von Geburt an neben all den neuen Eindrücken auf der Welt zumindest mit dem Schaukeln vertraut sind. Nicht geschaukelt oder getragen zu werden, ist für Babys nicht normal.

Die Befriedigung dieses Verlangens nach Schunkeln ist für sie ebenso essenziell wie zum Beispiel das Stillen des Grundbedürfnisses nach Nahrung.

Der Typ - „Schaukel das Baby nicht, denn es wird sich daran gewöhnen!“

Wahrscheinlich durfte jede Frau in ihrem Dasein als junge Mama – Papas sind hier nicht ausgenommen – bereits den “goldenen” Ratschlag hören, das Neugeborene nicht zu oft zu schaukeln oder später das Kleinkind nicht auf dem Arm zu tragen.

Die Gefahr, es könne sich daran gewöhnen, sei viel zu hoch. Es sei sogar denkbar, auf diese Weise eine verwöhnte Terrorfamilie großzuziehen. Herrje, …!

Leider kursiert dieser Mythos immer noch.

Doch glücklicherweise folgen die meisten Eltern ihrem Instinkt und wissen einfach aus eigener Beobachtung, dass Babys große Freude an sich wiederholenden Bewegungen wie z. B. dem Schaukeln haben, ob auf dem Arm oder in einer Babywiege. Die so häufig zitierte Redensart Schaukel es nicht, es gewöhnt sich daran ist wie zu sagen Hab dein Baby nicht lieb, es gewöhnt sich daran.

Kinder finden im Schaukeln Komfort und Sicherheit. Eingehüllt in die angenehme Bewegung, die sie auch im Bauch ihrer Mutter gespürt haben, hören sie normalerweise auf zu weinen und zu jammern. Mit einem Wort: Schaukeln BERUHIGT unsere Kinder. Mütter haben diese Methode schon immer angewendet und es ist wirklich schwer, eine bessere zu finden!

Wiegen macht die Kleinen ruhiger, sie weinen viel weniger und ihre Gereiztheit nimmt ab. Es ist auch eine bewährte und vor allem wirksame Methode für den gesunden Babyschlaf.

Nicht umsonst ist die Wiege in jeder Kultur ein Symbol für Ruhe und Geborgenheit in der Kindheit. Aber auch das Symbol der menschlichen Entwicklung – Wiege der Menschheit.

Schaukeln macht glücklich und schlau ... Wie wirkt sich Schaukeln auf die kindliche Entwicklung aus?

„Vom Säugling bis zum Senior: Das Gleichgewichtsorgan braucht Anregungen. Wiegebewegungen machen Menschen glücklich. Schaukeln kann Schmerzen lindern und bereitet ein Gefühl des Entrücktseins.“ (1)

Es ist wichtig zu wissen, dass das Schaukeln nicht nur ratsam ist, um ein weinendes Baby zu beruhigen oder ihm Freude zu bereiten. Diese Aktivität ist auch eine zusätzliche Stimulation des Gehirns, die POSITIVEN EINFLUSS AUF DIE PSYCHE unseres Kindes hat. Kurz gesagt – das Schaukeln wirkt sich günstig auf das heranreifende Gehirn aus und überträgt sich daher auf das intellektuelle Potenzial unseres Kindes.

Schaukeln beruhigt, amüsiert, stärkt die sozialen Bindungen und hat vor allem Auswirkungen auf die Entwicklung unserer Kinder, nicht nur intellektuell, sondern auch körperlich. Zum einen fördert es die motorische Koordination und dabei vor allem das Gefühl für den eigenen Körper.

Zum anderen wird durch Schaukeln das Innenohr und damit der Sitz unserer Sinnesorgane für das Gleichgewicht stimuliert. Der Gleichgewichtssinn spielt dabei auch im Zusammenhang mit anderen Sinnen wie Seh-, Geruchs-, Tastsinn und damit im Hinblick auf den Prozess der sogenannten Sensorischen Integration, also der Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen, eine bedeutende Rolle.

Es ist wichtig zu wissen, dass das Schaukeln nicht nur ratsam ist, um ein weinendes Baby zu beruhigen oder ihm Freude zu bereiten. Diese Aktivität ist auch eine zusätzliche Stimulation des Gehirns, die POSITIVEN EINFLUSS AUF DIE PSYCHE unseres Kindes hat. Kurz gesagt – das Schaukeln wirkt sich günstig auf das heranreifende Gehirn aus und überträgt sich daher auf das intellektuelle Potenzial unseres Kindes.

Schaukeln beruhigt, amüsiert, stärkt die sozialen Bindungen und hat vor allem Auswirkungen auf die Entwicklung unserer Kinder, nicht nur intellektuell, sondern auch körperlich. Zum einen fördert es die motorische Koordination und dabei vor allem das Gefühl für den eigenen Körper.

Zum anderen wird durch Schaukeln das Innenohr und damit der Sitz unserer Sinnesorgane für das Gleichgewicht stimuliert. Der Gleichgewichtssinn spielt dabei auch im Zusammenhang mit anderen Sinnen wie Seh-, Geruchs-, Tastsinn und damit im Hinblick auf den Prozess der sogenannten Sensorischen Integration, also der Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen, eine bedeutende Rolle.

Aber nicht nur das! Verschiedene Arten von Schaukelbewegungen (z. B. beim Spielen auf einer Wippe, einer Schaukel, einem Schwebebalken oder in einer Babywiege) stärken vor allem auch die Muskeln, sie helfen, den Muskeltonus zu regeln und bringen unserem Kind bei, das Gleichgewicht zu halten.

Daher wird Schaukeln besonders für Kinder mit reduziertem oder zu starkem Muskeltonus empfohlen, um diesen zu regulieren. Wie das funktioniert, ist ganz logisch: Um beim Schaukeln das Gleichgewicht halten zu können, werden verschiedene Muskelpartien aktiviert. Auf natürliche Weise wird dabei vor allem auch die Tiefenmuskulatur durch An- und Entspannung trainiert.

Hirnstimulation durch Wiegen und Schaukeln.

Auch ein Blick in die Forschung ist ganz interessant, er zeigt nämlich, warum das Schaukeln gut für die Entwicklung eines Babys ist. Dabei haben die durchgeführten Studien besonders überzeugende Belege für die Vorteile einer Anregung des Gleichgewichtssinns erbracht.

In ihrem Buch beschreibt Neurobiologin Lise Eliot den Versuchsablauf wie folgt:

„Vier Wochen lang wurde der Säugling viermal pro Woche auf den Schoß des Forschers gelegt und zehnmal mit ihm gedreht, wobei jede Drehung abrupt endete, um die Stimulation der Bogengänge (im Ohr) zu maximieren.

Jede Sitzung bestand aus 1 oder 2 Drehungen in jede Richtung, wobei das Kind in einer von drei Positionen gehalten wurde: sitzend, mit etwa 30 Grad nach vorne geneigtem Kopf, auf der rechten Seite liegend und auf der linken Seite liegend. Den Kindern hat dieses Spiel natürlich sehr viel Spaß gemacht. (…)

Neben der Bewegungsgruppe gab es zwei Kontrollgruppen – die Kinder der einen wurden nicht zusätzlich stimuliert, bei den Kindern der anderen saßen die Forscher zwar auf einem Drehstuhl, drehten sich aber nicht. (…)

Im Vergleich zu beiden Kontrollgruppen zeigten Kinder aus der Bewegungsgruppe besser entwickelte unbedingte Reflexe und motorische Fähigkeiten. Der Unterschied lag in Aktivitäten wie Sitzen, Krabbeln, Stehen und Gehen.“ (2)

Wenn so wenig Aufwand seitens der Eltern einen derart großen Effekt haben kann, dann sollten wir darüber nachdenken, wie es sich auf Kinder auswirkt, wenn wir ihnen die Möglichkeit geben, während ihrer gesamten Kindheit zu wiegen und zu schaukeln, wann und so viel sie es brauchen.

Diese Erkenntnis haben wir bei der Entwicklung unserer Memola Babywiege berücksichtigt, denn sie wächst sozusagen mit und unterstützt damit die Entfaltung unserer Kinder vom Säuglings- bis zum Schulalter.

Frühchen und Schaukeln

Erwähnenswert ist, dass der Stimulation des Gleichgewichtsorgans vor allem bei Frühgeburten eine große Bedeutung zukommt. Frühgeborene entwickeln sich viel besser, wenn sie nicht nur massiert, sondern auch täglich zusätzlich vestibulär stimuliert, also geschaukelt werden, schreibt Eliot.

Durch das Schaukeln werden sie ruhiger und wachsen schneller, sind weniger reizbar, atmen regelmäßiger, schlafen mehr, bewegen sich weniger heftig und verbringen längere Zeit in einem ruhigen Wachzustand.

Frühchen haben oft einen besonders schwierigen Start ins Leben. Ihnen fehlt schlicht die Zeit im Mutterleib, damit sich insbesondere das Nervensystem und die Verdauung besser entwickeln können.

Nicht nur das Gefühl von Geborgenheit, das durch das Schaukeln in Mamas Bauch erlebt wird, fehlt ihnen umso mehr, nein, auch das Nervensystem ist nicht optimal ausgebildet, wodurch sie tendenziell ein höheres Risiko für Störungen in der sensorischen Integration haben.

Für die noch nicht voll ausgereiften kleinen Wesen ist es demnach umso wichtiger, dass sie getragen und liebevoll geschunkelt werden, damit sie sich zum einen besser beruhigen und zum anderen damit neue neuronale Verbindungen im Gehirn entstehen können.

Dabei haben der Gleichgewichtssinn und das Vestibularsystem (Gleichgewichtsorgan) eine große Bedeutung für die optimale motorische und kognitive Entwicklung des Kindes. Frühchen haben oftmals aufgrund der vorzeitigen Geburt mit unterentwickelten Sinnen Schwierigkeiten.

Um ihre Chancen im Leben im Vergleich zu anderen altersgemäß entwickelten Kindern auszugleichen, benötigen wir vom ersten Tag an eine gute, vielfältige Stimulation des Gleichgewichtssinns und eine Unterstützung der sensorischen Integration.

Wie man das machen kann, erfahren Sie auf unserer Seite.
Lesen Sie auch unseren Artikel über den Gleichgewichtssinn und das Vestibularsystem …

Unser Bloglink zu „Was bedeutet sensorische Integration

Unser Bloglink zu „Störungen der sensorischen Integration

Ein Labyrinth für die Balance ... Wer ist verantwortlich dafür, dass wir nicht permanent schwanken wie ein Betrunkener?

Der sogenannte Vestibularapparat sorgt für unser GLEICHGEWICHT und ist wichtig für die Wahrnehmung von Position und Bewegung unseres Körpers im Raum. Ohne diesen phänomenalen Organapparat im Innenohr würden wir permanent Karussellfahren.

Nicht auszudenken, wie übel einem dabei wäre … Aber nein, stattdessen steuert der Gleichgewichtssinn

„den Körper wie ein dreidimensionales Navigationsgerät durch den Raum und (…) signalisiert Muskeln und Gelenken: Haltung bewahren!.” (3)

Er liefert uns also Informationen über Umdrehungen, Beschleunigung und Schwerkraft. Dabei liegt die Zentrale dieses ausgeklügelten Systems im Innenohr und ist damit auf jeder Seite des Kopfes einmal vorhanden.

„Der Vestibularapparat selbst hat fünf Bestandteile: drei Bogengänge und zwei Vorhofsäckchen, die so genannten Maculaorgane. Während die Maculaorgane lineare Beschleunigungen detektieren, etwa beim Auto- oder Aufzugfahren, sind die Bogengänge für Drehbewegungen wie Kopfschütteln oder Nicken zuständig.“ (4)

Damit ist das Gleichgewichtsorgan verantwortlich für unsere RAUMWAHRNEHMUNG und ermöglicht uns Bewegung überhaupt erst.

Die Tatsache, dass wir laufen und uns bewegen können und dabei auch noch wissen, wo wir sind und wo wir hin gehen wollen, ist unserem Gleichgewichtssinn zu verdanken. Jede noch so kleine unserer Bewegungen wird mit dem Gleichgewichtssinn durchgeführt.

„Hinzu gesellen sich Signale der Augen, die großflächige Bewegungen in der Umwelt signalisieren, sowie jene des propriozeptiven sensorischen Systems, das heißt der Rezeptoren aus Muskeln, Sehnen und Gelenken. Die Informationen der verschiedenen Systeme werden miteinander verknüpft und an die Augen- sowie die Arm- und Beinmuskulatur weitergeleitet.“ (5)

Folglich hat das Gleichgewichtsorgan auch erheblichen Einfluss auf weitere wichtige Sinne unseres Körpers und es erklärt sich ganz von selbst, wie wichtig dessen gute Entwicklung ist. Mehr darüber in unserem Artikel …

Hier kommt nun das Wiegen ins Spiel.

Denn durch genau diese Bewegung wird schon in den ersten Monaten der Schwangerschaft des Gleichgewichtssinns des Kindes stimuliert. Bereits im Mutterleib kann sich das heranreifende Kind auf diese Weise „zurechtfinden“. Ebenso wird dieser Sinn dem Kind bei der Geburt helfen, die ORIENTIERUNG nicht zu verlieren, sich zu drehen, sich richtig für die Geburt zu positionieren und es dann nach draußen zu schaffen.

Das Wiegen und Schaukeln hält zudem das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ständig in Bewegung. Die sensibleren Sensoren im Gleichgewichtsorgan erhalten innerhalb kürzester Zeit sehr viele Reize und Informationen über Position, Gravitation, Drehbewegung und Beschleunigung des Körpers.

Das Gehirn muss das alles verarbeiten, um Orientierung zu finden. Dadurch werden ganz viele neue neuronale Verbindungen geschaffen und die Sensorische Integration stärker vorangetrieben.

Um es kurz und einfach zu sagen …

Es ist so wie mit Muskeltraining: Trainieren wir täglich unsere Muskeln auf verschiedene Weise, bleiben wir fit und gesund. Machen wir überhaupt nichts und lungern lieber auf der Couch, statt uns zu bewegen, werden unsere Muskeln über kurz oder lang schlapp.

So ist es auch mit der Stimulation des Gleichgewichtssinns durch Schaukeln. Natürlich würden wir ohne überleben, aber wenn so einfache Maßnahmen wie eine Schaukel im Garten oder eine Babywiege eine derart große Wirkung auf die Entwicklung unseres Kindes haben, ist es dann nicht klug, sie in seinem Alltag zu integrieren? Und zwar vom ersten Lebenstag an!

Warum ist Schaukeln während der gesamten Kindheit notwendig?

Durch die Schaukelbewegung entwickelt sich das so stimulierte Gehirn besser und harmonischer, es findet der Prozess der Sensorische Integration statt, der als zentraler Bestandteil der kindlichen Entwicklung

„die Grundvoraussetzung für Handlungsfähigkeit, emotionales Gleichgewicht und Selbstbewusstsein“ (6) bildet.

Denken wir einmal daran, dass nicht nur Kleinkinder durch diese wohltuende Bewegung angeregt werden müssen. Wiegen und Schaukeln verbessert die Koordination und Sensorische Integration während der gesamten Kindheit und ist daher länger notwendig – wie sich noch zeigen wird, am besten sogar ein Leben lang.

Schwingen entlastet und beruhigt

Kinder machen, genau wie wir, den ganzen Tag über viele Erfahrungen, sie nehmen sekündlich neue Reize auf. Ein wichtiger Aspekt ist die Fähigkeit des Babys, sich durch das Schaukeln selbst zu regulieren. Das Kind hat tagsüber viel zu erleben.

Es muss sich irgendwie abladen, die REIZE VERARBEITEN – Babywiege und Schaukel sind hierfür – neben Mamis und Papis Arm – die besten Geräte. Durch das Schaukeln kommt das Kind zur Ruhe und verarbeitet das Erlebte.

Gerade für lebendige Kinder, die nicht stillsitzen können, braucht man eine Möglichkeit, bei der sie sich einerseits auspowern, sich gleichzeitig aber auch beruhigen können, je nach Bedarf.

Weil die Bewegung einer Schaukel je nach Intensität wirkt, ist sie ideal, um diese unterschiedlichen Bedürfnisse zu stillen. Dank Schaukeln können Kinder also SPANNUNGEN LÖSEN, sich beruhigen und angesammelte Emotionen „durcharbeiten“.

Eine Schaukel im Kinderzimmer

Auch Vorschul- und Schulkinder brauchen die Möglichkeit, ihre Emotionen im Zusammenhang mit neuen Herausforderungen zu entladen und zu beruhigen. Deshalb lohnt es sich, eine Schaukel in ihrem Zimmer zu haben, die sie mal zum Spielen und mal zum Ausruhen nutzen können. Und zwar über die gesamte Kindheit hinweg.

Kinder fordern das Wiegen und Schaukeln oft instinktiv selbst ein. Ein Kind weiß, wann es sich auf die Schaukel legen und sich sanft wiegen möchte oder wann es das Bedürfnis hat, stärker herumzualbern.

So stimuliert es quasi von selbst das Vestibularsystem. Dadurch kann es einerseits Emotionen freisetzen und Empfindungen „verdauen“ sowie die Sensorische Integration stärken und andererseits ständig seine motorischen Fähigkeiten weiterentwickeln.

Schaukeln als Möglichkeit, sich „selbst zu regulieren“

Um also auf die Redensart zurückzukommen: „Schaukel es nicht, denn es wird sich daran gewöhnen!“ – Ein Kind kann sich nicht daran gewöhnen. Schaukeln stellt sein NATÜRLICHES BEDÜRFNIS dar.

Auf diese Weise versucht das Kind oft, einen Weg zu finden, um zu analysieren und zu trennen, was ihm durch den Kopf geht (besonders in Durchbruchsmomenten wie Entwicklungssprüngen oder einer neuen Situation, z. B. in der Schule).

Je nach Alter sind Kinder noch nicht in der Lage, ein Problem verbal zu lösen oder davon zu erzählen. Sie können eine bestimmte Situation noch nicht analysieren oder alles richtig einordnen, was während des Tages passiert ist.

Wir Erwachsenen haben die Fähigkeit und die Werkzeuge, um zur Ruhe zu kommen. Wir können zum Beispiel einen geliebten Menschen anrufen und mit ihm sprechen, spazieren gehen oder ins Kino gehen usw.

Ein Kind, insbesondere ein Säugling, hat diese Möglichkeiten, Spannungen abzubauen, noch nicht. Geschaukelt oder geschunkelt zu werden, ist stattdessen für ihn ein möglicher Weg der Selbstregulierung und Beruhigung.

Immerhin ist das die Bewegung, die ein Baby aus Mamas Bauch kennt. Daher lohnt es sich, dieses Bedürfnis zuzulassen – auch wenn es mehr tragen, wiegen, schaukeln und umarmen erfordert.

Was dem Baby das Schaukeln und Wiegen bringt:

  • Beruhigt
  • Entspannt
  • Stimuliert sein Vestibularsystem
  • Ermöglicht dem Kind, den Muskeltonus zu regulieren
  • Schult es, das Gleichgewicht zu halten und die motorische Koordination zu üben
  • Lehrt Körperbewusstsein
  • Verbessert die motorischen Fähigkeiten
  • Unterstützt die sensorische Integration

Schaukeln verschwinden nach und nach von unseren Spielplätzen

Leider gibt es immer weniger Schaukeln auf den Spielplätzen und zu Hause. Uns Eltern ist oft nicht bewusst, wie wichtig diese für die Entwicklung unseres Kindes während der gesamten Kindheit (auch für Schulkinder) sind.

Es geht nicht darum, dass ein Kind mehrere Stunden am Tag schaukelt. Manchmal reichen ein paar Minuten. Manchmal reicht es, sich hin und wieder hinzusetzen, besonders nach einem anstrengenden Tag oder vor einer Prüfung.

Wenn sich Dein Kind bereits im schulpflichtigen Alter befindet, ist es für die Wiege natürlich zu spät, aber eine Schaukel in seinem Zimmer stellt eine großartige Unterrichtshilfe dar.

Deshalb sind wir Fans von Tragetüchern, Babywiegen, Schaukeln, Hängematten, Karussells und allen coolen Dingen, die den „richtigen Schwung“ in unsere Kinder bringen.

Auf den Punkt gebracht – SCHAUKELN BEWIRKT WUNDER

Lajos Schöne bringt die Bedeutung des Schaukelns in seinem Artikel „Schaukeln ist Magie und Medizin” auf den Punkt.

Darum möchten wir an dieser Stelle abschließend aus seinem Artikel zitieren.

„Die sanften Wiegebewegungen eines Schaukelstuhls haben nicht nur eine beruhigende Wirkung, sondern machen sogar Schmerzmedikamente überflüssig. Das ergab bereits vor einiger Zeit eine amerikanische Studie bei Bewohnern eines Altenpflegeheims. (…)

25 Frauen und Männer verbrachten jeden Tag zwischen einer halben und zweieinhalb Stunden im Schaukelstuhl. Wie Studienleiterin Professor Nancy Watson berichtete, schienen ihre schaukelnden Patienten deutlich ausgeglichener zu sein als die anderen Mitbewohner.

Sie verlangten seltener nach schmerzlindernden Medikamenten und waren auch beim Laufen sicherer auf den Beinen. Verhaltensweisen wie Weinen, Ängstlichkeit, Anspannung oder Depressionen traten seltener auf. Mehr noch: ´Sie sahen auch glücklicher aus´, bemerkte die amerikanische Pflegespezialistin bei der Studienauswertung. (…)

Früher hat sich außer Ohrenärzten oder Neurologen kaum jemand mit dem Vestibularsystem beschäftigt. Neuere Forschungen weisen jedoch darauf hin, dass dieses System bei der Koordination anderer Sinnesreize eine große Rolle spielt.

Die mit dem Vestibularorgan verbundenen Nervenbahnen sind bereits beim etwa 20 Wochen alten Ungeborenen im Mutterleib funktionstüchtig. Offenbar braucht das System von diesem Augenblick an ständige Reize.“ (7)

Wiege- und Schaukelbewegungen machen also Menschen allen Alters glücklich. Die Freude am Schaukeln endet nicht nach dem Kindesalter, lediglich die Strategien wandeln sich.

So springen und zappeln Jugendliche mit wehenden Haaren in der Disco – manche nennen es auch tanzen – oder sie vergnügen sich auf waghalsigen Achterbahnfahrten.

„Erwachsene betreiben Sport zur Entspannung und Aufregung gleichermaßen: Skifahren, Reiten, Surfen, Segeln und Tennis sind Sportarten, bei denen das Gleichgewichtsorgan intensiv beansprucht wird.“ (8)

Zitterte Quellen:

(1), (7), (8) Von Lajos Schöne: Schaukeln ist Magie und Medizin

(2) Eliot L., Was geht da drinnen vor? Die Gehirnentwicklung in den ersten fünf Lebensjahren, Berlin Verlag, Berlin 2001.

(3), (4), (5) Von Anna Corves: Ein Labyrinth fürs Gleichgewicht

(6) Von Mag.a Katrin Unterweger, MSc: Was ist sensorische Integration, was leistet sie?

Literatur:

Ayres AJ, Bausteine der kindlichen Entwicklung, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2016.

Carol Kranowitz – The Out-Of-Sync Child: Recognizing and Coping with Sensory Processing Disorder – Verlag: PERIGEE BOOKS- April 2006.

Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013.

Banaszek G., Säuglingsentwicklung und ihre Störungen und Rehabilitation nach der Vojta-Methode, Bielsko-Biała 2004.

Eliot L., Was geht da drinnen vor? Die Gehirnentwicklung in den ersten fünf Lebensjahren, Berlin Verlag, Berlin 2001.

Tajchman L., Haltungsschäden bei Kindern, ISBN 9788381149068.

Internetquellen: